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Swiss Epic 2020

Dieses Jahr ist alles anders, nur das Swiss Epic bleibt! Gleich zu Beginn hier nochmals ein Dankeschön an Organisatoren und Helfer, die ein solche grosses Rennen in diesen Zeiten sicher durchgezogen haben!

Wie letztes Jahr fuhr ich wieder mit meinem dänischen Kollegen Thomas Steinthal. Nachdem er letztes Jahr noch deutlich mehr litt als ich in den Bergen, war er dieses Jahr in Topform und stellte mich bei den langen und teils steilen Anstiegen vor Schwierigkeiten. Doch von vorne:

1. Etappe Laax – Laax

Die erste Etappe war technisch auch gleich die anspruchsvollste. Nach einem langen und harten 1400Hm Anstieg führte die Route auf und ab im Gebiet unterhalb des Vorabgletschers. Einige verblockte Passagen machten ein schnelles Vorankommen sehr schwierig. Und da, schon in der ersten richtigen Abfahrt der ersten Etappe passierte es: Mein Teampartner Thomas hatte einen Sturz, und verbrach seinen Rahmen! Glücklicherweise war der Rahmen nur angebrochen und wir konnten die Etappe noch beenden, auch wenn er in den Abfahrten massiv Tempo rausnahm und extrem vorsichtig fuhr. Nach dem Rennen ging es ans Organisieren eines Ersatzbikes. Zum Glück stellte und Silas Hotz, ebenfalls Bike-OL-Athlet im Nationalkader, sein Canyon Lux zur Verfügung (MERCI Silas!). Wie sich herausstellen sollte, ist Thomas auf diesem Racefully mit absenkbarer Sattelstütze massiv wohler in den Schweizer Bergen als auf seinem Hardtail...

2. Etappe Laax – Arosa

Die zweite Etappe führte von Laax nach Arosa. Die Startabfahrt war schnell gemeistert, und nach einer Zusatzschlaufe durchs Hinterrheintal ging es an den knackigen Schlussaufstieg von Chur in die Ochsenalp. Wiederum rund 1500Hm am Stück, die vor allem gegen Schluss immer steiler wurden. Ich hatte da sehr zu kämpfen, während Thomas auf seinem neuen Bike keine Probleme bekundete. Als auch diese Aufgabe gemeistert war, waren wir nach einer kurzen Schlussabfahrt auch schon im Ziel!

3. Etappe Arosa – Arosa

Die kürzeste Etappe des diesjährigen Swiss-Epics führte über viele mir sehr bekannte Trails. Besonders den Älpliseetrail vom Gredig Fürgli nach Arosa runter zählt zu meinen Favoriten im Graubünden. Mein Körper gewöhnte sich nach und nach mehr an den ihm jetzt schon länger nicht mehr erfahrenen «Rennmodus». Der zweite Aufstieg wiederum zur Ochsenalp meisterten wir sehr schnell, nach dem uns das schnellste Damenteam nach einem Verfahrer unsererseits fast einholte…
Auf der Schlussabfahrt hatten wir nochmals sehr Spass, auch wenn uns ab und zu orientierungslose und genervte Wanderer etwas störten. Es schienen trotz intensiver Informationskampagnen der Veranstalter immer noch nicht alle erfahren zu haben, dass hier ein Rennen stattfindet, und Rennfahrer auf breiten Kieswegen nicht viel Geduld mit verstreuten Wanderern haben.

4. Etappe Arosa – Davos

Die letzte Überführungsetappe war meine Lieblingsetappe dieses Jahr. Die Startabfahrt war super, der zwar lange aber nicht allzu steile und umso schönere Anstieg zum Duranapass war wunderschön, und die Trails danach sehr wild und naturbelassen, genau so wie ich sie am liebsten mag! Zum Schluss war noch eine Zusatzschlaufe zum Flüelapass hoch zu meistern. Die zugehörige flüssige und schnelle Abfahrt entschädigte für die hohen Strapazen. Unsere Formkurve zeigte für beide nach oben: In den Aufstiegen ging es mir immer wie besser, während Thomas in den Downhills grosse Fortschritte erzielte. So war es uns möglich, endlich auch die schnellsten Damen zu schlagen!

5. Davos – Davos

Die Schlussetappe führte wiederum zu Beginn lange hoch. Der Panoramatrail unterhalb des Salezerhorn entschädigte aber wiederum sehr gut! In der letzten Etappe wurde kein Korn mehr unversehrt gelassen, alles musste raus. Unter der Woche haben wir erfahren, dass die EM in Finnland vom September abgesagt wurde. Somit war das Swiss-Epic das einzige grosse Rennen diese Saison. Wir konnten die letzten Anstiege und Abfahrten dennoch auch ein wenig geniessen. Kurz vor dem Ziel löste sich bei mir der Sattel, dies geschah aber zum Glück aber so spät, dass es uns kaum ausbremste. Wir blicken beide zufrieden und glücklich auf das diesjährige Swiss Epic zurück, und danken hier auch unseren Unterstützern Velo-Art.ch sowie Biberoptik, sowie bei Noah Zbinden und Sandro Anderes, die uns ihre Studenten WG in Chur zur Verfügung gestellt haben. Natürlich auch hier nochmals ein grosses Dankeschön an Silas Hotz für sein Bike, und an Mikkel Nørgaard für die Unterstützung!

MERCI VIU MAU!

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